Für diese Tour empfehle ich euch unbedingt Schuhe anzuziehen, die euch einen festen Halt geben und deren Profil nicht zu rutschig ist, denn ihr müsst stellenweise ein bisschen klettern. Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es von Armenistis nach Nas. Die Strecke ist ca. 4,5 KM lang und führt über eine mittlerweile fast vollständig asphaltierte Strasse. Für Autos und Mopeds o.k., für Fußgänger nicht so schön zu laufen. Ich vermisse die alte Schotterpiste sehr. Allerdings gibt es für Fußgänger die Alternative. Hinter der "Villa Dimitri" macht die Strasse einen Schlenker nach links. Im Scheitelpunkt dieser Kurve findet ihr den Einstieg zu einem alten Ziegenpfad, der auch nach Nas führt. Die Abzweigung ist mit einem fetten, braunen Punkt oder Pfeil markiert. Wenn ihr in Nas angekommen seid, bietet es sich an, noch einen kurzen Stop in einer der Tavernen einzulegen, bevor ihr euch in's Flusstal aufmacht. Infos über Nas entnehmt bitte der Nasseite. Von Nas aus müsst ihr nun der Straße, die ihr gekommen seid, folgen. Sie folgt im ersten Abschnitt dem unteren Flusslauf, bis sie oberhalb des Wasserfalls den Flusslauf quert. Das ist die Stelle, wo ihr die Straße verlassen müsst, um ins Flusstal vorzudringen. Es gibt einen Pfad, der von der 'Hiking on Ikaria'-Gruppe mit Pfeilen markiert worden ist, der euch nach Christos Raches führt. Bitte versucht nicht in der Hoffnung ein seltenes oder scheues Tier zu sehen leise zu sein oder zu schleichen. Das Erste, was ich von Angelos, einem ikariotischen Guide, gelernt habe, war: 'You have to walk like a man'. Was heißen soll: Fest auftreten und manchmal auch stampfen. So gebt ihr den Tieren die Möglichkeit euch zu hören und zu verduften bevor ihr darauf tretet. Ich suche mir am Anfang einer Tour immer einen Stecken, mit dem ich ab und zu auch an Baumstämme klopfe, um mich bemerkbar zu machen.

Als ich das erste Mal im Flusstal war, hat es mich im ersten Moment umgehauen, denn man ist in eine völlig andere Welt eingetaucht. Außerhalb herrschte trockene Hitze und je nach Jahreszeit war die Vegetation schon teilweise vertrocknet, innerhalb des Flusstales fand man sich in subtropischem Klima wieder und die Vegetation war unbeschreiblich üppig. Dichte Oleanderhaine, Korkeichen, Platanen, Schilf, Sumpfgras etc. Ich sag's ja immer wieder, wo auf Ikaria Wasser hinfällt, explodiert die Natur.

Leider hat es im Oktober 2012 ein verheerendes Unwetter gegeben, unter dem auch die Vegetation im Flusstal sehr gelitten hat. Die großen Bäume, die stellenweise das Flusstal geprägt, und einem Schatten gespendet haben, sind größtenteils verschwunden. Auch das Unterholz, und niedere Vegetation ist nicht mehr so üppig, wie sie einmal war. Aber, die Natur erholt sich langsam. Die Büsche und Gräser wachsen wieder, die Zikaden sind zurückgekehrt, und die Frösche geben ihr Konzert, als wäre nie etwas gewesen. Okay, das Flusstal hat sich verändert, ist neu geformt worden, und hat eine ganz neue Ausstrahlung. Aber auch die hat etwas ganz besonderes, und ein Besuch im Flusstal lohnt sich allemal.

An manchen Stellen im Flusstal haben sich größere Becken gebildet, die entweder von flachen Felsplateaus oder kleinen Stränden gesäumt werden. Hier lässt es sich wunderbar rasten und wer vor Süßwasseraalen nicht zurückschreckt, der kann sich auch abkühlen. Bitte achtet jedoch darauf, dass ihr nicht zuviel Sonnencreme an euren Körpern habt, denn das Flusswasser wird teilweise noch als Trinkwasser genutzt. Ihr könnt eure Wasserflaschen auch getrost mit dem Flusswasser nachfüllen. Schmeckt prima.

Nachdem ihr das Flusstal durchwandert habt, kommt ihr auf die Verbindungsstrasse zwischen Armenistis und Christos Raches. Wenn ihr euch nach rechts wendet, gelangt ihr nach Raches und linksherum geht es wieder zurück nach Armenistis. Viel Spaß bei der Tour.
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