Armenistis liegt im Inselnordwesten ( siehe Karte ) ca. 12 Kilometer von Evdilos, dem nächsten Hafen, entfernt. Die Angaben über die Einwohnerzahlen schwanken um 130 Personen. Armenistis ist das touristische Zentrum Ikarias, wobei dieser Begriff relativ zu sehen ist. Es gibt hier keine Hotelburgen und außer ein paar unauffälligen Souvenirshops keine Touribuden mit dem üblichen Nippes, wie in anderen griechischen Tourihochburgen.Trotz wachsendem Tourismus ist Armenistis immer noch ein recht ruhiger, beschaulicher Ort geblieben, wo man die Seele baumeln lassen kann. Es gibt ein paar Hotels, die sich alle landschaftsverträglich in die Klippen schmiegen, und etliche Pensionen, die von sehr einfachen Zimmern mit WC und Dusche auf dem Flur bis hin zu Studios und Appartments Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack und Geldbeutel bieten. Meine absolute Lieblingsunterkunft ist die Pension "Kirki Rooms". Warum das so ist, erfahrt ihr auf dieser Seite.

Am Ortsende von Armenistis in Richtung Nas wurde kräftig gebaut, und es sind einige Wohnanlagen entstanden, wo der betuchte Gast kleine Villen und Apartment-Studios mieten kann, die sich den Hang hinab zum Meer erstrecken.

Verhungern wird man in Armenistis sicher auch nicht. Die vielen Tavernen bieten vom Frühstück über den Mittagssnack bis zum Dinner alles was der Magen begehrt. Besonders Liebhaber von frischem Fisch kommen auf ihre Kosten, denn die Fischer fahren, wenn es das Wetter zulässt, täglich raus, um ihre Netze zu legen. Meine Lieblingstaverne ist das "Delfini". Direkt oberhalb des kleinen Haustrandes von Armenistis gelegen, kann man bei einem herrlichen Blick über's Meer Maria's wunderbares Essen, und den für meinen Geschmack besten Wein Ikarias genießen.

Selbstversorger bleiben auch nicht auf der Strecke. Der neue Supermarkt am Ende der Hafenpromenade bietet alles was man braucht, und die süßen Gerüche aus der Konditorei lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Viele der Pensionen bieten Ihren Gästen die Möglichkeit sich Frühstück zu bereiten oder mal selber was zu kochen. Mein Tip: Nehmt euch eine Angel mit und versucht euer Glück mal selbst beim Fischfang. Das Meer rund um Ikaria ist reich an allen möglichen Fischarten und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut ein selbst gefangener Fisch schmeckt. Wenn alle Stricke reißen, könnt ihr euch zur Not euren selbst gefangen Fisch auch in einer der Tavernen zubereiten lassen.

In Armenistis gibt es auch Auto- und Motorradverleiher, die vom 50er-Moped oder Roller bis zum geländegängigen Jeep alle Fahrzeuge anbieten. Ich rate euch dringend mal ein Fahrzeug zu mieten und damit die Insel zu erkunden. Aber bitte spart nicht am falschen Ende. Wenn ihr die abgelegeneren Gebiete Ikarias besuchen wollt, braucht ihr eine Enduro oder einen Jeep.

Zwischen Armenistis und Gialiskari findet man die schönsten Strände Ikarias. Im Gegensatz zu den sonst vorherrschenden Kiesstränden handelt es sich um feinste Sandstrände. Der erste, von Armenistis aus gesehen, ist Livadi. Er liegt etwa 300 Meter vom Ort entfernt. Ein Bach der aus den Bergen kommt mündet dort und bildet am Strand ein Becken mit Süßwasser, in dem sich viele Süßwasserschildkröten befinden. Je nachdem, ob der Betreiber eine Genehmigung erhält, kann man am Strand Sonnenschirme und Liegen mieten, was aber nicht gerade billig ist (7,00 Euro pro Tag für 2 Sunbeds und 1 Schirm). Es lohnt sich eher im Ort einen Schirm zu kaufen und mit an den Strand zu nehmen. Nackt sonnen und baden ist verboten und ich möchte euch raten, dass ihr euch daran haltet. Oben ohne ist zwar nicht gerne gesehen, wird aber geduldet. Es gibt eine Strandbude, die Pizza, Getränke und Eiscreme anbietet. Am Ende des Strandes oben auf einer Klippe liegt die Taverne Atsahas. Hier kann man sich prima zu einer Strandpause mit wunderbaren Blick über die Bucht zurückziehen, um einen Snack (wunderbare Zucchinipitas) zu sich zu nehmen, eine Runde Tavli zu spielen oder vielleicht einfach nur im Schatten abzuhängen. Hinter der Klippe beginnt der Strand Mesachti. Dieser ist größer als Livadi, aber auch ein ganzes Stück weiter entfernt. Früher traf man dort fast nur auf Griechen, aber das hat sich nach dem Bau des Mesachti-Village, einer Ferienanlage für den etwas größeren Geldbeutel geändert.

Das Nachtleben von Armenistis spielt sich hauptsächlich in den Tavernen des Ortes ab. Meistens bleiben die Leute nach dem Abendessen, was in der Regel sowieso erst gegen 9 Uhr beginnt, in der Taverne hocken, wo sie auch gegessen haben. Beim Wein (Ikaria produziert einen wunderbaren Krassi und einen tollen Retsina), Bier oder anderen Getränken lässt es sich wunderbar Plaudern, Spielen, oder andere Leute kennen lernen. Überhaupt ist Armenistis ein sehr kommunikativer Ort. Hier lernt man, wenn man sich nicht abkapselt, sehr schnell nette Leute kennen. Das liegt zum Teil daran, dass es nicht für jeden Gast oder Pärchen ein Tisch vorhanden ist. Wenn der Ort voll ist und alle gleichzeitig zum Essen kommen, dann muss man halt ein wenig zusammenrücken, und schwups, sitzt man schon nicht mehr allein am Tisch. Neben den Tavernen gibt es einige Bars, die Nachts zu einem Drink oder kleinen Speisen einladen. Mein absoluter Favorit ist die Rebello-Bar. Sie liegt direkt auf einer Klippe über der Bucht von Armenistis. Hier treffen sich Einheimische und Touristen bis in frühen Morgenstunden, und glaubt mir, hier lässt es sich wunderbar plaudern und Musik hören, wenn Dimitri seine Überraschungsmusikkiste öffnet. Leider ist die Rebello-Bar mitlerweile nur noch in der Hauptsaison geöffnet. Es gibt auch eine Discothek in Armenistis, das éCasmir', die etwa 1000 Meter vom Ort entfernt liegt, und somit niemanden stört. Die Disco ist in zwei Ebenen unterteilt. In der einen liegt die Gewichtung eher auf Charthits, Latin und griechischer Musik und in der anderen auf Rockmusik. Hier wird an Musik so ziemlich alles gespielt, was man sich nur vorstellen kann. Vom Hardrock über Led Zeppellin und Britpop bis zu Grunch ist hier alles möglich. Der Eintritt ist meistens frei (außer es gibt Sonderveranstaltungen), allerdings sind die Getränkepreise recht hoch.

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